Heidi Bayer

Heidi Bayer received a Bachelor of Music degree from Mainz School of Music and studied with Prof. Axel Schlosser and Frank Wellert. As a part of her studies, she spent one semester at the University of Miami where she studied with Prof. Brian Lynch and Prof. Martin Bejerano...

Biographie

Heidi Bayer (* 1987 in Kulmbach) ist eine deutsche Jazzmusikerin (Trompeterin, Komponistin und Instrumentalpädagogin) mit Sitz in Köln.

Heidi Bayer gewann ihre erste Auszeichnung als klassische Klarinettistin, wechselte zum Jazz und mit 17 auch zu Trompete und Flügelhorn. Sie hat einen Bachelor of Music an der Musikhochschule Mainz erworben und bei Prof. Axel Schlosser und Frank Wellert studiert. Im Rahmen ihres Studiums verbrachte sie ein Semester an der University of Miami, wo sie bei Prof. Brian Lynch und Prof. Martin Bejerano studierte.

Ihr Duo "Bayer//Scobel" ist Gewinner des Folkwang-Jazzpreises 2018. Im selben Jahr gründete sie ihre neue Band "Virtual Leak" und veröffentlicht im März 2020 ihr Debütalbum als Leaderin bei Tangible Music.

Seit 2015 lebt Heidi Bayer in Köln und spielt in unterschiedlichen Formationen. Darunter in Sven Deckers JULI Quartett und Janning Trumanns Nonett „Wem Zeit wie Ewigkeit“, in Shannon Barnetts „Wolves and Mirrors“, im Subway Jazz Orchestra und mit der Elektronik-Künstlerin Friederike Bernhardt. Bayers charakteristisches Spiel ziert zudem Hendrika Entzians Bigband sowie das Oktett von Stefan Karl Schmid.

Seit einigen Jahren gibt Heidi privaten Trompetenunterricht und hat viele Workshops geleitet. Seit 2019 unterrichtet sie an der Universität Oldenburg in den Fächern Trompete, Ensemble- und Bigband-Didaktik.

Aktuelles Album

Virtual Leak

Heidi Bayer - tpt, flgn
Johannes Ludwig - as
Leif Berger - dr
Calvin Lennig - db

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Heide Bayer - Virtual Leak - Album Besprechung von Cosmo Scharmer

Fast ein klassisches Quartett, aber eben nur fast, denn es fehlt das Piano, das im klassischen Jazz durch seine Akkorde für harmonische Struktur sorgt. Stattdessen gibt es neben Trompete/Flügelhorn von Heidi Bayer, die alle Kompositionen schrieb, noch eine weitere Solostimme, die von Johannes Ludwig am Alt-Saxofon. Die Besetzung weist schon in die Richtung, die das Quartett musikalisch anstrebt: mehr individuelle Freiheiten und Ausdrucksmöglichkeiten, weniger Beschränkung durch tradierte Harmonien, Melodien und Rhythmen. Wenn dies zur Konzeption der Musik gehört, so wird dieser Anspruch wohl eingelöst. Anders formuliert: Es tönt ziemlich nach frei intonierten Jazz, wenn auch nicht wie in der ungezügelten Artikulation der Sturm- und Drangphase des Free Jazz.

Freie Stücke - Eifel Blues, Something Different, Brač
Eifel Blues startet mit einer eher sanften Melodielinie, unisono von den Bläser gespielt, dann löst sich das Thema auf, macht Platz für individuelle Soli. Das lange Statement der Trompete wird von einem noch längeren Solo des Saxofons abgelöst. Auch die Rhythmusgruppe - mit Calvin Lenning am Kontrabass und Leif Berger an den Drums - hält sich nicht hinter dem tradierten Time Keeping versteckt, sondern ergeht sich ebenfalls in solistischen Spielweisen, besonders Leif Berger. Bekannte Hörgewohnheiten haben es schwerer, die - obwohl vorhandenen - Strukturen zu erkennen. Den Blues beim „Eifel-Blues“ zu entdecken ist noch anspruchsvoller. Die Stimmen der einzelnen Instrumente verlangen durchaus Konzentration, beim Versuch, die musikalische Logik zu entdecken und verstehen zu wollen. Eben schön „Free det Janze“.

Die Anfangssequenzen verstellen sich, tarnen sich geschickt. Sie versuchen den Hörer mit ruhigen Tönen zu fangen, nach und nach einzulullen, bevor es richtig zur Sache geht. So auch bei den Titeln Something Different, Brač: Anfangsthema, Soli der Bläser, individueller Ausdruck aller, mehr Expressivität als Harmonie und Melodie. Nicht ganz, da der Gruppensound wohl eine eigene Melodik beinhaltet. Diese melodischen, zuweilen gar harmonischen Anteile, und Komponenten, muss der Hörer sich jedoch erst „er-arbeiten, er-hören“, um Gefallen an der Ästhetik der Musik von Virtual Leak zu finden. Kein Easy Listening, aber die Mühen lohnen sich. Zumindest für Liebhaber des Genres.

Balladen – Shores, Sweet´n´Sour
Es gibt sie wohl, sogar als durchgängige Titel. Shores und Sweet´n´Sour sind solche Balladen, die nicht nur zu Beginn thematisch aufblitzen, sondern während des ganzen Titels durchgehalten werden. Ein meist unisono gespieltes Anfangsthema wird auch hier individuell weitergesponnen, aber stärker mit epischen Grundtönen als in den unbändiger gespielten Stücken. Richtig tragend geht es los, mit einem Hauch von Melancholie, viel Gefühl, feinsinnige Stimmung. Dafür sorgt auch Bassist Leif Berger mit seinen Soli, seiner den Titeln angemessener Spielweise. Dem will auch das Alt-Sax nicht nachstehen, spinnt den Faden weiter. Unterstützt von sensiblen Klängen des warmen Flügelhorns. Ansonsten wechseln sich das Alt-Sax von Johannes Ludwig mit dem Blech von Heidi Bayer reihum ab. Also, auch wohltönende Balladen gehören zum Repertoire bei Virtual Leak.

Hedwig´s Flight, Overshoot, If it Helps, Hot Train
Die übrigen Titel bewegen sich zwischen den Spannungspolen von unbändiger Spielweise à la Free und balladenhaftem Ausdruck. Eine hohe Individualität des ganzen Quartetts ist in allen Titeln zu erkennen. Eine Ausnahme in rhythmischer Hinsicht stellt Hot Train dar. Das tönt nach schrägem Funk mit eingestreuten freien Musikschnipseln. Das Quartett von Heidi Bayer bleibt sich treu!

Diskographie

  • Virtual Leak, 2020
  • J'used - Characters, 2019

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