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LOST IN JAZZ: Iga Osowska Trio in der cantina fux&ganz

Aktualisiert: vor 1 Tag

Manche Abende legen sich wie ein warmer Mantel um die Schultern. Der 16. Februar in der cantina fux&ganz war so ein Abend.


Iga Osowska und Samantha Wright

Unsere Reihe LOST IN JAZZ, die bewusst Musikerinnen in den Mittelpunkt stellt, hat mit dem Iga Osowska Trio einen Gast eingeladen, der den Raum – fast bis auf den letzten Platz gefüllt – in einen Ort der stillen Konzentration verwandelt hat. Jazz-Poetry, vorgetragen auf Polnisch, in einem Hamburger Lokal. Und es hat funktioniert. Mehr als das.


Iga Osowska besitzt eine Stimme, die nicht erklärt werden muss. Sie trägt. Sie zieht hinein. Selbst wer kein Wort Polnisch versteht, hat in diesem Abend gespürt, worum es in den Liedern ging. Um Heimatsuche zum Beispiel: In einem berührenden Lied stellte sich die Frage, welches Land Iga ihre Heimat nennen möchte, Polen oder Deutschland. Kaum eine Sprache vermag so viel Berührung auszulösen wie eine Stimme, die diese Frage nicht beantwortet, sondern einfach singt.


Samantha Wright an der Klarinette hat Igas Gesang nicht nur begleitet, sie hat ihn eingebettet und umhüllt. Ihre Linien webten sich zärtlich und fragend um ihren Gesang. Und Mara Jessen am Klavier hat für das Trio präzise und gefühlvoll den Rahmen gesetzt, ohne zu dominieren.


Fotos: JazzDyGermany – Christian Lau


Was das Trio ausgezeichnet hat, war eine gemeinsame und gegenseitige Aufmerksamkeit, die man selten so deutlich spürt. Kein Instrument drängte sich vor, kein Moment wurde überspielt. Stattdessen: echtes Zuhören auf der Bühne, und das hat sich, fast unweigerlich, ins Publikum übertragen. Die cantina fux&ganz war ruhig. Nicht weil man ruhig sein musste, sondern weil man es sein wollte.


Die Spielfreude der drei war vom Publikum deutlich zu spüren, und sie hat dem Abend neben der Tiefe auch ein warmes Leuchten gegeben. Wer an diesem Abend dabei war, weiß, warum unsere Konzertreihe LOST IN JAZZ heisst und warum sie existiert.

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