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Eine musikalische Reise zwischen Tradition und Aufbruch

Es gibt Konzertabende, an denen die Verbindung zwischen Showcase und Main Act kaum passender sein könnte. Genau so war es bei JAZZ IN DEN GÄNGEN, als das Vimbs Mavimbs Quartett und Saliou Cissokho gemeinsam die Bühne der Fabrique im Gängeviertel gestalteten.



Den Auftakt machte das Vimbs Mavimbs Quartett – und schnell wurde klar, warum dieser junge Bassist zu den spannendsten Stimmen der Hamburger Jazzszene gehört. Gemeinsam mit Marta Winitzki am Klavier, Joshua Weiß am Schlagzeug und Björn Atle Anfinsen an der Trompete entwickelte Vimbs Mavimbs am Kontrabass einen ebenso kraftvollen wie fein nuancierten Bandsound. Seine Musik ist tief im reichen Kanon des südafrikanischen Jazz verwurzelt und trägt dessen kulturelles Erbe mit großem Respekt weiter. Gleichzeitig öffnet Mavimbs den Klangraum für neue Ideen und experimentelle Ansätze, ohne jemals den Kontakt zu seinen musikalischen Wurzeln zu verlieren.



Mit großer Spielfreude, beeindruckender musikalischer Reife und einer bestens aufeinander eingespielten Band entwickelte sich das Showcase zu einem echten Erlebnis. Die Kompositionen erzählten Geschichten von Herkunft, Veränderung und Identität und machten neugierig auf die weitere Entwicklung dieses außergewöhnlichen Künstlers.


Nach der Pause folgte mit Saliou Cissokho ein Novum für unsere Konzertreihe. Zum ersten Mal stand bei JAZZ IN DEN GÄNGEN ein Solokünstler allein auf der Bühne.



Mehr brauchte es auch nicht.


Mit seiner Kora, der westafrikanischen Harfe, füllte Saliou Cissokho den Raum gleichermaßen musikalisch wie emotional. Die filigranen Klänge seines Instruments, seine ruhige Präsenz und die jahrhundertealte Tradition der Griots verschmolzen zu einem Konzerterlebnis, das das Publikum in eine beinahe meditative Atmosphäre eintauchen ließ.


Fotos: Christian Lau


Besonders berührend war dabei zu erleben, wie viel Ausdruckskraft in der Reduktion liegen kann. Ohne Band, ohne Effekte, nur mit seiner Stimme und der Kora gelang es Saliou, den gesamten Saal in seinen Bann zu ziehen.


Den vielleicht schönsten Moment des Abends schenkten uns schließlich beide Künstler gemeinsam. Als Saliou Cissokho und Vimbs Mavimbs als Duo auf der Bühne musizierten, begegneten sich zwei musikalische Welten, die unterschiedlicher kaum erscheinen und sich doch auf ganz natürliche Weise ergänzten. Tradition und Gegenwart, Senegal und Südafrika, Kora und Kontrabass fanden zu einem Dialog, der die Idee unserer Konzertreihe auf wunderbare Weise widerspiegelte: Begegnungen schaffen, aus denen etwas Neues entstehen kann.


Es war ein Abend, der zeigte, dass musikalische Wurzeln kein Ort sind, an dem man stehen bleibt – sondern ein Fundament, von dem aus sich immer wieder neue Wege eröffnen.

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