Peace – Wenn aus einem Trio ein magisches Duo wird
- Christian Lau

- 18. Mai
- 1 Min. Lesezeit
Shit happens manchmal! So lautete unser erster Gedanke, als uns am Tag vor dem Konzert die Nachricht erreichte, dass sich Gitarrist Lucas Etcheverria den Arm gebrochen hatte und mit Peace nicht auftreten konnte.
Eigentlich sollte das preisgekrönte Hamburger Trio in voller Besetzung in unserer Konzertreihe LOST IN JAZZ in der cantina fux & ganz auf der Bühne stehen. Natürlich war die Enttäuschung zunächst groß. Doch an Absage dachte niemand. Jiuning Liu und Lennart Meyer entschieden sich, das Konzert trotzdem zu spielen – als Duo.
Schon im ersten Set begeisterten die beiden mit brasilianischen Rhythmen, feinen Harmonien und einer beeindruckenden Leichtigkeit. Was zunächst wie eine Notlösung wirkte, entwickelte sich schnell zu etwas ganz Eigenem.
Im zweiten Teil des Konzerts geschah dann etwas Besonderes. Jiuning Liu und Lennart Meyer fanden zu einer beinahe symbiotischen musikalischen Einheit. Die beiden Stimmen und der warme Klang des Kontrabasses verschmolzen zu einer tief emotionalen Klangwelt, die das Publikum vom ersten bis zum letzten Ton fesselte.
Gerade solche Momente zeigen, worum es im Jazz geht: zuhören, vertrauen, improvisieren und gemeinsam aus einer unerwarteten Situation etwas Neues entstehen lassen. Was zunächst wie eine Mangelsituation erschien, wurde zu einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis.
Am Ende blieb vor allem ein dankbares Gefühl. Für den Mut der beiden, das Konzert trotzdem zu spielen. Für ihre musikalische Offenheit. Und für einen Abend, der eindrucksvoll bewiesen hat, dass manchmal gerade aus den ungeplanten Momenten die größten musikalischen Erlebnisse entstehen.
Die beiden haben uns an diesem Abend schlichtweg verzaubert.















