Musina Ebobissé

Musina Ebobissé Photo
Musina Ebobissé, Photo: Olga Amelchenko

Biographie

Musina Ebobissé ist ein französischer Jazzmusiker.

Musina Ebobissé wurde 1990 in Frankreich geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Im Alter von acht Jahren begann er Saxophon zu spielen und nahm an einem speziellen Programm des Straßburger Konservatoriums teil. 2008 trat er in die Jazz-Abteilung des Straßburger Konservatoriums ein und schloss neben seinem Jazz-Studium 2012 einen Bachelor-Abschluss in Soziologie an der Universität Straßburg ab. Musina engagierte sich in der Straßburger Musikszene und wirkte in verschiedenen Projekten mit, wobei er sein Können und seine Vielseitigkeit in verschiedenen Stilen wie Jazz, improvisierter Musik, Reggae, Hip-Hop und Rock entwickelte.

2013 trat Musina in das Jazz Institut Berlin ein, wo er u.a. bei Peter Weniger, John Hollenbeck, Jim Black, Kurt Rosenwinkel und Greg Cohen studierte. Er schloss 2017 mit dem Bachelor in Jazz Performance und 2019 mit dem Master in Jazzkomposition ab und profitiert von der lebendigen Berliner Jazzszene, in der er in verschiedenen musikalischen Kontexten wie zeitgenössischem Jazz, improvisierter Musik, Weltmusik und Swing auftritt.

Er spielte bereits auf renommierten internationalen Festivals wie Jazz d'Or, Wolfijazz, Jazz in Marciac, MaerzMusik und Jazz Burghausen.

Seine aktuellen Projekte als Leader sind das Musina Ebobissé Quintet, WEAVERS, Blendreed, ERB Trio. An der Seite von GANNA, dem Thjis de Kljin Quintet, der Hans Anselm Big Band und dem großen Ensemble von Olga Amelchenko hat er gespielt und aufgenommen.

2018 gewann Musina Ebobissé den zweiten Preis des Internationalen Jazz-Kompositionswettbewerbs von Katowice.

Seit 2019 lebt Musina Ebobissé abwechselnd in Paris und Berlin.

Aktuelles Album

Musina Ebobissé Quintet: Timeprints

Musina Ebobissé Quintet: Timeprints

Musina Ebobissé - tenor saxophone
Povel Widestrand - piano
Olga Amelchenko - alto saxophone
Igor Spalatti - double bass
Moritz Baumgärtner - drums

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Kein Schlagzeug, kein Bass, kein Klavier. Nur noch das sonore, matt schimmernde, wie ein Taschentuch durch den Raum schwebende Tenorsaxofon. Musina Ebobissé nimmt sich Zeit. Ein in dieser überhitzten Leistungsgesellschaft selten gewordenes Gut. Zeit zum Reflektieren, Muße, um das Thema zu entwickeln, es mit neuen Ideen und Perspektiven zu füttern. Irgendwann fließt es. „The Eagle Song“ aus der Feder des russischen Klassikkomponisten Isaak Schwarz ist der einzige Song auf „Timeprints“, der nicht von dem französisch-kamerunischen Tenorsaxofonisten stammt. „Ich habe bis zuletzt überlegt, ob ich ihn überhaupt drauflasse“, erzählt der 29-Jährige in feinem Deutsch. Und er hat genau die richtige Entscheidung getroffen!

Denn vor allem hier, im Rausschmeißer eines mehr als imposanten Debütalbum, zeigt Musina Ebobissé, was ihn von den meisten Saxofonisten seiner Generation unterscheidet. Er ist sich nicht zu schade, behutsam schlichte Melodien zu modellieren, ihnen Struktur und Glanz zu verleihen, ohne dabei auf Effekthascherei zu setzen. Das exakte Gegenmodell zum Reedsplayer herkömmlicher Prägung, der sein Ego nur schwer im Zaum halten konnte und immer der Star sein will, qua Instrument sozusagen. Dennoch schlummert in Musina eine alte Seele mit frischen, jungen Gesichtszügen. Sein Spiel erinnert ein wenig an Mark Turner, mitunter auch an Lee Konitz. „Schon witzig“, lächelt der großgewachsene, sympathische Musiker. „Eigentlich höre ich diese Leute ganz, ganz selten. Insofern kann man mir auch nicht nachsagen, ich würde sie kopieren. Aber eines steht fest: Mit ihnen verglichen zu werden, ist definitiv ein Kompliment.“

„Time Prints“ nennt Musina ein typisches Berlin-Album, „geprägt durch meine Erlebnisse in der Stadt, diese Mischung aus amerikanischem und europäischem Jazz, aber auch durch Erinnerungen, Fantasien und Erwartungen. Wir müssen lernen, die Zeit zu beherrschen.“ Die neun Eigenkompositionen, die Titel wie „Silhouette“, „Hairsplitting“, „Dusk Seekers“ oder „Rêveries“ (Träume) tragen, vergleicht er mit einer Reise durch das eigene Ich. Der Auftakt zu einem spannenden Abenteuertrip. Fortsetzung unbedingt erwünscht!

Diskographie

  • Musina Ebobissé Quartet, 2022
  • Moonstreet, Bandcamp digital, 2021
  • Sideman bei GANNA, Dyki Lys, Double Moon Records, 2020
  • Sideman bei Hans Anselm Big Band, Liquid Circle, Double Moon Records, 2020
  • Timeprints, Double Moon Records, 2019

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