Jens Düppe

Jens Düppe Photo
Jens Düppe, Photo: Jürgen Bindrim

Biographie

Jens Düppe ist ein deutscher Schlagzeuger.

Jens Düppe ist „einer der innovativsten Vertreter der improvisierten Musik aus hierzulande“ (Jazzzeitung). Kontinuierlich ruft er neue Projekte und künstlerische Zusammentreffen unterschiedlichster musikalischer Richtungen ins Leben.

Als Komponist und Bandleader veröffentlicht er vier Alben mit seinem Quartett und ganz aktuell sein erstes Solo Album. 2018 wurde er in der Sparte „bester Schlagzeuger national“ für den ECHO Jazz nominiert und 2019 erhielt er den WDR Jazzpreis in der Kategorie „Improvisation“. Seite 2011 initiiert und kuratiert er verschiedene Improvisations- Konzertreihen in NRW, darunter die interdisziplinäre Konzertreihe „Kommunikation 9“ oder „Blind Date“.

Auftragskompositionen erhielt er u.a. vom Festival „ACHT Brücken Musik für Köln“, vom Europäischen Kirchenmusik Festival in Schwäbisch Gmünd oder der Böll Stiftung in Berlin. Als Dozent war er tätig für „Jugend jazzt“ und das „Bundesjazzorchester“.

Jens Düppe lebt im Moment in Köln. Er kommt ursprünglich aus Schwäbisch Gmünd in Süd-Deutschland.

Mit 10 Jahren begann er Schlagzeug zu lernen und studierte bis 2002 Jazz an den Musikhochschulen in Weimar, Amsterdam und New York City. Düppe arbeitete auch mit den deutschen Radio Big Bands aus Frankfurt und Hamburg sowie dem Brussels Jazz Orchester zusammen. Für das GOETHE Institut reiste er in alle fünf Kontinente mit stets wechselnden Besetzungen und Projekten.

Aktuelles Album

Jens Düppe - The Beat

Jens Düppe - The Beat

Jens Düppe: drums, composition, words
Frederik Köster: trumpet
Lars Duppler: piano
Christian Ramond: bass

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Das vom Körper generierte und zugleich den Körper transzendierende Prinzip: the beat, der (Herz)schlag, the drum, the drum, the drum…

Dieses Album ist mehr als ein Konzeptalbum, es ist eine Art Manifest. Einstieg mit Spoken Word zum puren Schlagwerk. Manch Hörer mag Reißaus nehmen beim Thema Lyrik und Jazz. Hier ist es programmatischer Prolog. Ein tractatus drumologico metaphysicus: „in the beginning there was...“ – das ist die Genesis, hier wird es grundsätzlich. Der beat beim Aufwachen, der beat beim Einschlafen und der Herzschlag in der Zeit dazwischen – ein synkopierter heartbeat durchzieht unterschwellig das ganze Album als eine Art Leitmotiv. Doch letztlich geht es um eine Genese: wie aus dem Beat ein Rhythmus wird. Ein Rhythmus, in dem sich Dasein vollzieht, ein Rhythmus in dem Musik geschieht.

Jedes Stück entsteht aus einer rhythmischen Keimzelle, die sich zu verschiedenen Patterns auswachsen kann, die wiederum, leicht gegeneinander verschoben, sich polyrhythmisch überlagern. Das führt mitunter zu vertrackten Strukturen, die aber bei aller Komplexität erstaunlich transparent bleiben. Harmonisch ist daher Zurückhaltung geboten: Man improvisiert modal über einfachen Rückungen. Umso differenzierter gerät die Klanggestaltung. Frederik Köster ist mit seinem sehr präsenten Trompetenton und seiner dynamischen Spielweise schon länger bewährter Partner für Düppe. Christian Ramond am Bass beherrscht den gestrichenen drone genauso wie die feingliedrige Melodielinie. Lars Duppler am Piano ist so stilsicher wie musikhistorisch bewandert: die Hommage an Keith Jarrett („Big K“), der seine Improvisationen ja auch gerne aus einem rhythmischen Nukleus entwickelte, gelingt ebenso souverän wie der Rückgriff auf Elemente der Renaissancemusik in „The Chase“, einer caccia, einem freien polyphonen Fugato zwischen Trompete, Piano und Drums. Auch John Cage, für den der beat quasi die Differenz zwischen dem Nichts und dem Sein von Etwas ausmachte, wird mit einer Referenz bedacht.

Dieses Album ist der seltene Glücksfall einer theoretisch aufgeladenen Konzeption, die aber in jeder Sekunde hoch musikalisch bleibt, voller Spielfreude und atmosphärisch sehr intensiv, weil über die Konzentration auf den beat das Kardial- und damit das vegetative Nervensystem direkt angesprochen wird.
THE BEAT wurde in Kooperation mit dem Deutschlandfunk für Neuklang produziert.

Nun gibt es endlich auch das Soloprogramm, das sich Jens Düppe lange schon vorgenommen hatte. Sensationell und einzigartig ist dieses neue Programm ego_D. Ein einzelner Performer zaubert hier mit Schlagzeug, Klavier und Synthesizer simultan fein ausbalancierte Klangwelten. Reich an Farben ist dieses Solo von Jens Düppe. Weltweite Konzertreisen und internationale Musikprojekte verarbeitet und vereint er hier persönlich und direkt, unverfälscht aus dem tiefsten Inneren und schafft eine Musik, die unmittelbar berührt.

Diskographie

  • ego_D, Enja Records, erscheint 10 2022
  • The Beat, Neuklang / Deutschlandfunk, 2021
  • Studiokonzert, Live Vinyl, Neuklang, 2019
  • Dancing Beauty, Personality Records, 2017
  • Anima, Double Moon, 2015

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