Michel Meis 4tet

Michel Meis 4tet Photo
Michel Meis 4tet, Photo Navid Razvi

Biographie

Michel Meis 4tet ist eine Jazzband aus Luxemburg.

Alisa Klein – Posaune
Cédric Hanriot – Piano & Rhodes
Stephan Goldbach – Kontrabass
Michel Meis – Schlagzeug

Vielfalt zieht sich wie der berühmte Rote Faden durch die Musik des Michel Meis 4tet und ihre komplexen, aber nie willkürlich anmutenden Strukturen. Die Band bietet Kompositionen, die zugleich vertrackt, verspielt, tanzbar und melancholisch sind. Dieser eklektische Charakter verdichtet sich im Spiel des Schlagzeugers, der hier eine hybride Identität zwischen dem „In-Your-Face“ seines Rock-Hardcore-Erbes und der progressiv-gedämpften Rhythmik des Jazz schafft. Seine Mitmusiker, Alisa Klein an der Posaune, Cédric Hanriot am Klavier und Stephan Goldbach am Kontrabass, zeichnen sich alle durch ein stark individualisiertes Spiel aus, das jedoch stets im Dienste der Komposition und der Atmosphäre bleibt.

Nach dem vielbeachteten Debütalbum „Lost in Translation“, ist nun „Kaboom“, eine echte Klangexplosion, erschienen. Neben seinen üblichen Gefährten wird Meis hier vom Geiger Théo Ceccaldi umgeben – das Resultat ist eine Platte, die den Jazz entstaubt, indem sie Versatzstücke aus dem (Post-)Rock, des Elektropop oder der klassischen Musik verflechtet und so eine unvorhersehbare, stets spannende Kreuzung von Genres und Atmosphären bietet.

Aktuelles Album

Michel Meis 4tet - Kaboom

Michel Meis 4Tet: Kaboom

Klangliche Explosionen

Michel Meis - drums
Stephan Goldbach - double bass
Alisa Klein - trombone,
Cedric Hanriot - piano
Theo Ceccaldi - violin

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Kaboom, das zweite Album des Michel Meis 4tet, ist, wie es der Titel bereits andeutet, eine echte Klangexplosion. Der junge Schlagzeuger lebt seine hybride Identität zwischen dem „In-Your-Face“ seines Rock-Hardcore-Erbes und der progressiv-gedämpften Rhythmik des Jazz voll aus. Neben seinen üblichen Gefährten wird der junge Schlagzeuger auf einigen der sieben vertrackt-spannenden Tracks und vier improvisierten Intermezzi von dem Geiger Théo Ceccaldi begleitet. Kaboom präsentiert sich als schillernde und unvorhersehbare Kreuzung von Genres und Stimmungen – die Platte klingt ein bisschen wie das dynamische und mysteriöse Gegenstück jener Konzeptalben, von denen progressive Rockbands der 70er Jahre träumten.

Der erste Track, Full Pedal Jacket, zieht bereits alle Register: Von den muskulösen, einer Big Band würdigen Anfängen, bei denen Alisa Kleins kraftvolle Posaune hervorsticht, über das melancholische Film-Noir-Ambiente, bei dem man fast meint, Humphrey Bogart zu erspähen, wie er sich aus einer verrauchten Piano-Bar schleicht, um eine vom Regen durchtränkte Stadt zu durchqueren, bis hin zu den eingängigen, von Cédric Hanriot gezeichneten Klavier-Melodien, die, begleitet von dem subtilen und gleichzeitig kraftvollen Schlagzeug und Stephan Goldbachs elegantem Kontrabass, oftmals an den jazzigen Post-Rock der Briten von Gogo Penguin erinnern, spürt man, dass sich die Band nicht mit einer Hommage in Form eines Wortspiels an Stanley Kubrick begnügt, sondern die produktive Vielfalt des kultigen Filmemachers aufgreift.

Es ist diese Vielfalt, die sich wie der berühmte Rote Faden durch Kaboom zieht – ein Album, das durch die verschiedensten Stimmungen und komplexe, aber nie willkürlich anmutende Strukturen geprägt ist: Den Zuhörer erwarten jazzige Balladen (She), verspieltere, leuchtende, tanzbare Stücke (das titelgebende Kaboom oder Red Desert Air) oder auch melancholische, abstrakte Miniaturen, die einem eine leise Vorstellung davon geben, welche Art von Musik Debussy geschrieben hätte, wenn er in einer Jazzband gespielt hätte.

Jeder einzelne Musiker zeichnet sich durch ein stark individualisiertes Spiel aus, das jedoch stets im Dienste der Komposition und der Atmosphäre bleibt. Michel Meis hat sich beim Schreiben der sieben Tracks auf ein Trio starker und fruchtbarer Einflüsse fokussiert – Mark Giuliana, Snarky Puppy, Ambrose Akinmusire –, zu denen sich Ceccaldis einfühlsame Violine gesellt, die Schichten von Emotionen hinzufügt. Während das Album von den Ängsten eines Tracks, der inmitten des ersten harten Lockdowns komponiert wurde (und den treffenden Titel State of Uncertainty trägt), bis zum finalen Re:build fortschreitet, geben einem die labyrinthischen Windungen dieses sowohl heterogenen als auch kohärenten Albums all die Unsicherheiten und wechselnden Stimmungen der Welt, in der wir leben, zu spüren – zugleich verweisen sie aber auch auf die mögliche Illusion eines besseren Morgens.

Diskographie

  • Kaboom, Double Moon Records, 2021
  • Lost in Translation,Double Moon Records, 2019

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