Anna-Lena Schnabel

Anna-Lena Schnabel Photo
Anna-Lena Schnabel, Photo: Heide Benser

Biographie

Anna-Lena Schnabel ist eine deutsche Musikerin des Modern Jazz (Altsaxophon, Querflöte).

Die Leidenschaft der Musikerin und Komponistin Anna-Lena Schnabels (geb. 1989) gilt dem Saxophon und der Querflöte. Sie ist als Dozentin für Jazzquerflöte an der Hochschule (Ifm) Osnabrück tätig.

Sie erhielt viele Musikpreise. Eine Auswahl: "Echo"-Jazz Preisträgerin 2017, ''Jazzspatz", "IB.SH JazzAward". Verschiedene Stipendien' folgten. Eine Auswahl: New York Collective School, Vera Ritter-Stiftung, Dr. Langner Stiftung, "Spezialpreis für Komponistinnen'' des "JazzcompGraz", Nominierung für den "SWR Jazzpreis".

In ihrer Karriere konnte sie an Aufnahmen mit renommierten Musikern mitwirken. Eine Auswahl: Thomas Morgan, Dan Weiss, Dominic Miller, Lars Danielsson, sowie die NDR Big Band. Auf der Bühne stand sie u.a. mit Kenny Wheeler, John Taylor, Maria Joao, Greg Osby, Jiggs Whigham, Nils Landgren, Edward Perraud, Frédéric Maurin, Sammy Deluxe. Sie spielte im Bundesjugendjazzorchester (''BuJazzO") und als Solistin mit den Hamburger Symphonikern. Auftritte bei Festivals: JazzBaltica, Elbjazzfestival, Jazzfest Berlin. Zahlreiche Touren im In- wie Ausland machen sie international bekannt.

Das aktuelle Quartett von Anna-Lena Schnabel (as/fl) besteht aus preisgekrönten Musikern: Florian Weber (p), Giorgi Kiknadze (b), Björn Lücker (dr).

Anna-Lena Schnabel arbeitet kompositorisch an einer Verschmelzung vertrauter wie ungewöhnlicher Klänge zu einer eigenen Musik. Diese bevorzugt kein bestimmtes musikalisches Idiom, kann sich in jede stilistische Richtung entfalten. Den Ausgangspunkt bei ihrer Suche nach einem neuen Jazz bildet ihr Jazzquartett, wobei die Saxophonistin das Spektrum der Klangkörper erweitert oder reduziert. Die verschiedenen Klänge und Einflüsse verflechten sich schließlich zu Melodien, die sich dem Hörer intuitiv erschließen mögen. Ihre gefühlsbetonte sprachliche Spielweise, die emotionalen und energetischen Improvisationen der beteiligten Musiker, beleben das kompositorische Werk zusätzlich.

Aktuelles Album

Anna-Lena Schnabel Quartett - Books, Bottles and Bamboo

Anna-Lena Schnabel (as/fl)
Florian Weber (p)
Dan Weiss (dr)
Thomas Morgan (b)

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Einige ausgewählte Titel:
Die Freiheit von Burnout & Luggage
Burnout. Ja, Titel und Musik kommen in Übereinstimmung. Wild, unbändig, mit viel Drive. Wenn kein analoges Akkordeon mit von der Partie ist, so ist das Keyboard so gestimmt. In diesen analogen-digitalen Sound, der von den wuchtigen Drums mit dem ruppigen Bass generiert wird, stößt das Sax der Anna-Lena ihre Sequenzen: gnadenlos expressiv und kompromisslos „free“ was Melodielinien und harmonische Klangfarben betrifft. Die Sektion Rhythmus will und kann zeigen, dass eine energetische Spielweise à la Burnout auch mit Trommeln und Bass möglich ist. Das gelingt ihnen.

Drunken Books
Dieser Titel geht es einen Tick ruhiger an, ohne dabei den Charakter von längeren und freien Statements aufzugeben. Fast durchgängig setzt eine stark atonale Spielweise in den Improvisationen unverkennbare Markierungen und akustische Lesezeichen in diesen Drunken Books – mit einer trunkenen Schräge in den Soli.

Toy & Peace
Na also, scheint doch zu gehen. Auch etwas stillere Töne greifen sich den musikalischen Raum, jedoch ohne die Freiheit der atonalen Figuren zu gefährden oder gar mit tradierten Harmonien mehr als nur kurzzeitig zu flirten. Fremdgehen ist nicht.

"Books, Bottles and Bamboo" ist kein unterhaltsamer Roman. Das ist hermetische Lyrik in musikalischer freier Form, die sich den Hörern nur schwer erschließt. Solch eine Spielweise sollten die Hörerinnen schon explizit mögen, wenn das Album gefallen sollte: schrill, schräg, irgendwie gegen den Strich jeden Mainstream-Jazz gebürstet. Ja, ein gewisse Kratzbürstigkeit ist den Titeln schwer abzusprechen. Natürlich, auch das kann und darf gefallen. Im Jazz sind den Musikmachenden (fast) alle Freiheiten erlaubt. Die Hörenden haben jedoch die Freiheit, zu entscheiden, ob diese Musik ihnen etwas sagen hat.

Text: Cosmo Scharmer

Diskographie

  • Books, Bottles and Bamboo, 2016

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